Neujahrsempfang 2026 der Hansestadt Havelberg
Am 22. Januar 2026 lud Bürgermeister Mathias Bölt zum traditionellen Neujahrsempfang in den Wappensaal der Elb-Havel-Kaserne. Gemeinsam mit der Bundeswehr feierte die Stadt bereits den 27. Empfang dieser Art – ein Symbol für die engen Verbindungen zwischen Havelberg und der Truppe vor Ort. Bürgermeister Bölt dankte insbesondere Oberstleutnant Ronny Graß, Kommandeur des Panzerpionierbataillons 803, der wie in den vergangenen Jahren mit seinen Soldaten die Veranstaltung organisierte und so einen reibungslosen Ablauf ermöglichte.
Gedenkminute für Rüdiger Erben
Zu Beginn des Abends bat Bürgermeister Bölt die Anwesenden um ein Innehalten. Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Rüdiger Erben hatte die Stadt am Vortag erreicht. „Sein Tod – er trifft uns…“, sagte Bölt halbwörtlich. Er würdigte Erben als einen Menschen, der Verantwortung übernommen, klar in der Sache und zugleich immer ansprechbar gewesen sei. Im Namen der Hansestadt sprach er der Familie und allen Angehörigen das aufrichtige Beileid aus, gefolgt von einer gemeinsamen Gedenkminute.
Gastredner des Abends
Als Gastredner begrüßte Bürgermeister Bölt Dr. Steffen Eichner, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt. In seiner Vorstellung würdigte er dessen langjährige Erfahrung in Verwaltung, Umwelt- und Strukturpolitik sowie seine Verantwortung für zentrale Zukunftsthemen.
Vertrauen, Demokratie und Gemeinschaft
Bürgermeister Bölt erinnerte daran, dass Vertrauen, Demokratie und gemeinschaftliches Handeln die Säulen des gesellschaftlichen Lebens sind. „Diese Säulen stehen nicht von selbst“, betonte er. Gerade auf kommunaler Ebene entstehe Vertrauen durch direkten Austausch: „Nicht über Menschen reden, sondern mit ihnen…“. Wer etwas verspreche, müsse dies umsetzen, und Ehrlichkeit sei entscheidend, wenn etwas nicht möglich sei. Besonders im Hinblick auf kommende Wahlen sagte er: „Man geht zur Urne, um Optionen zu haben, nicht um die zweit schlechteste Wahl zu treffen…“. „Eine Wahl allein verändert unsere Lebensrealität nicht über Nacht. Veränderung braucht Zeit, Geduld und gemeinsame Anstrengung“, fügte er hinzu.
Das vergangene Jahr war geprägt von wichtigen Weichenstellungen. In einer Zeit angespannter Haushalte und wachsender Erwartungen setzte Havelberg bewusst auf einen ruhigen und verlässlichen Kurs. Die Feuerwehren, Vereine, kulturellen Initiativen und sozialen Träger zeigten erneut, wie stark der Zusammenhalt in der Einheitsgemeinde ist.
Ein besonderer Moment war die Übergabe des neuen Tanklöschfahrzeugs TLF 4000. Die Übergabe erfolgte durch Innenministerin Tamara Zieschang und wurde begleitet von den Feuerwehren der Einheitsgemeinde Havelberg sowie Gästen aus Nachbargemeinden und der Partnerstadt Verden (Aller). Die Übergabe der Drehleiter aus der Partnerstadt rundete die Stärkung der Feuerwehr ab – ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung.
Im Bereich der medizinischen Versorgung wurde mit dem ersten Schritt hin zu einem Medizinischen Versorgungszentrum eine tragfähige Perspektive geschaffen. Dank des Engagements des Vereins Pro Krankenhaus und der Unterstützung durch Landtagsabgeordneten Wulf Gallert konnte dieses wichtige Projekt vorangetrieben werden.
Auch die Stadtentwicklung nahm Fahrt auf: Mit der Erneuerung der Flächennutzungsplanung und der gezielten Stärkung der Verwaltung – inklusive Personalaufbau im IT-Bereich, neuem Termintool im Einwohnermeldeamt und Kompetenzaufbau im Bauamt – wurden Grundlagen für eine nachhaltige Umsetzung politischer Entscheidungen gelegt.
Im Bildungsbereich wurden wichtige Schritte gemacht. Die Sanierung der alten Sekundarschule und ihr Umbau zur neuen Grundschule mit einem Volumen von rund 12 Millionen Euro ist ein zentraler Bestandteil der langfristigen Bildungsstrategie. Erstmals wurde zudem eine pädagogische Fachkraft am Gymnasium eingesetzt, um Lehrkräfte zu entlasten – ein pragmatischer Beitrag gegen den Lehrermangel.
Für die Jugendarbeit konnten durch Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur 150.000 Euro für das Jugendzentrum Havelberg bereitgestellt werden. Der neu gegründete Jugendbeirat gibt jungen Menschen eine konkrete Stimme im Stadtrat. Dank gilt hier insbesondere der Landtagsabgeordneten Juliane Kleemann, die während der Verhandlungen nachfragte, wo die Unterstützung am dringendsten gebraucht wird.
In der Energie- und Umweltpolitik setzte Havelberg auf nachhaltige Lösungen. Die Auszeichnung als Energiekommune durch Energieminister Armin Willingmann unterstrich die konsequente Arbeit in diesem Bereich. Die fachliche Begleitung durch das Biosphärenreservat Mittel-Elbe, insbesondere am Haus der Flüsse, zeigte, dass Natur, Landschaft, regionale Wertschöpfung und Bürgerinteressen zusammengeführt werden.
Fortschritte gab es auch in Infrastruktur und digitaler Anbindung: Die Schnellladeinfrastruktur in der Uferstraße wurde errichtet, der Breitbandausbau in der Kernstadt angestoßen und Straßensanierungen vorbereitet. Diese Maßnahmen erhöhen die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger und schaffen Perspektiven für Unternehmen.
Ehrungen für besonderes Engagement
Ein weiterer Programmpunkt des Empfangs war die Würdigung besonderer Leistungen. Für herausragende sportliche Leistungen im Jugendsport wurde Jonathan Tippel ausgezeichnet. Er erzielte sowohl in der Leichtathletik als auch im Fußball bemerkenswerte Erfolge, darunter Vizelandesmeistertitel, mehrere Bezirksmeistertitel und persönliche Bestzeiten bei überregionalen Wettkämpfen.
Für besonderes ehrenamtliches Engagement erhielt Daniel Bloch Anerkennung. Er bringt sich aktiv in kommunale Bau- und Wirtschaftsfragen ein, engagiert sich in der Dosserenaturierung und hat eigenständig den Zustand von Straßen dokumentiert, um Sanierungsmaßnahmen vorzubereiten – alles uneigennützig und ohne Vergütung.
Ebenso gewürdigt wurde Hans-Werner Ramm, der seit 2005 den Orts- und Kulturverein Kuhlhausen e. V. leitet. Unter seiner Führung entwickelte sich Kuhlhausen kulturell stark weiter, Veranstaltungen wie das Querfeldein-Festival etablierten sich überregional, und das Ortsbild sowie öffentliche Einrichtungen wurden nachhaltig gepflegt. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und die Organisation von Bau- und Kulturprojekten zeigten sein Engagement für das Gemeinwohl.
Eintragungen ins Goldene Buch der Hansestadt Havelberg
Der feierliche Höhepunkt war die Eintragung ins Goldene Buch, der höchsten Auszeichnung der Stadt. In diesem Jahr wurden Waltraud und Jürgen Gennermann geehrt. Waltraud Gennermann engagiert sich seit fast zehn Jahren auf dem ehemaligen BUGA-Areal, organisiert Arbeitseinsätze und initiiert kreative Projekte für Kinder. Besonders hervorzuheben ist die Aktion mit den Einschulungskindern, die Namensschilder auf dem Gelände des Alten Domfriedhofs gestalten. Jürgen Gennermann sorgt für die Pflege des Alten Domfriedhofs und weiterer öffentlicher Orte. Bürgermeister Bölt würdigte ihr Engagement: „Mit dieser Auszeichnung danken wir Menschen, deren Einsatz weit über das Übliche hinausgeht und die unsere Stadt nachhaltig prägen.“
Zum Abschluss dankte der Bürgermeister allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. Die Herausforderungen der kommenden Jahre seien groß, doch die Chancen größer. Entscheidend sei, sie gemeinsam anzugehen – mit Vertrauen, Engagement und Zusammenhalt.
Mit den besten Wünschen für Gesundheit, Glück und Erfolg im Jahr 2026 endete der Neujahrsempfang der Hansestadt Havelberg.













