Schüler testen Barrierefreiheit

Datumsbezug: 11.05.2017

Die Barrierefreiheit der Hansestadt wurde beim Projekttag zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung  am Erlebnispädagogischen Centrum ELCH getestet. Interessenten aus dem Wohnheim der Elbe-Havel-Werkstätten in der Genthiner Straße, aus dem DRK-Heim „Julianenhof“ und eine Schulklasse aus einer Rathenower Förderschule, die zu einer Klassenfahrt im ELCH weilte, waren der Einladung dazu nachgekommen.  Bürgermeister Bernd Poloski übernahm dabei die Führung für die Fördergruppe aus den Elbe-Havel-Werkstätten. Deren Ziel war das Rathaus auf dem Marktplatz.

Über die abgesenkten Borde an der Schulstraße ließ es sich mit dem Rollstuhl gut auf die andere Seite zum Kirchplatz kommen, allerdings holperte es hier zuweilen ein bisschen auf der Pflasterung. Bernd Poloski erklärte dazu, dass bestimmte Wege in der Innenstadt aufgrund des Denkmalschutzes eine solche Pflasterung erhalten mussten. An der Rathaustreppe war beim ersten Aktionstag zur Barrierefreiheit im Vorjahr kritisiert worden, dass für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte hier kaum zu erkennen ist, ob und wo sich hier ein Eingang für sie befindet. „Auf diese Kritik hin haben wir die grünen Hinweisschilder erneuern lassen, so dass sie an beiden Hausecken vor der Rathaustreppe eigentlich nicht mehr zu übersehen sind“, sagte der Bürgermeister. Hier ist jetzt somit alles in Ordnung und der Eingang auf der gegenüberliegenden Seite des Rathauses gut zu finden. Zu den Sprechzeiten des Rathauses ist er aufgeschlossen und ein Fahrstuhl – neben diesem befindet sich auch eine Behintertentoilette – führt hinauf zu den Ämtern. Die Ausnahme bilden das Bauamt und die Liegenschaften, die mit dem Aufzug nicht zu erreichen sind. In dem Fall sollten sich Menschen mit Behinderung in einem anderen Dienstzimmer melden. Die gewünschten Gesprächspartner werden dann von diesen aus informiert und kommen hinunter in den Rathaussaal.


Andere Gruppen schauten sich unter anderem in Geschäften und Banken um. Folgende Mängel haben sie festgestellt: vor fast allen Geschäften sind Stufen zu überwinden; die Türen sind häufig sehr schmal; stellenweise sind abgesenkte Bordsteine zugeparkt; in einigen Geschäften ist es zu eng für Rollstuhlfahrer. Was zeigt, dass es in der Havelberger Altstadt für Betroffene nicht immer einfach ist, einzukaufen oder die Straße zu überqueren.
Nachmittags gab es dann bei einem Tag der Begegnung noch so manche Belustigungen.


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