Kirche in Vehlgast wird eingeweiht

Datumsbezug: 12.10.2017
Pfarrer Henning Utpatel freut sich über die gelungene Restaurierung der Kirche und auf viele Gäste beim Festgottesdienst.

Der zweite Bauabschnitt zur Restaurierung der Kirche in Vehlgast neigt sich dem Ende entgegen. Am Sonnabend, 14. Oktober, werden Einweihung und der 150. Geburtstag des Gotteshauses gefeiert. Gäste sind willkommen.
Seit Wochen ist die Kirche der Arbeitsplatz von Maler Andreas Bauer aus Zernitz. Er hat um die 700 Quader an die vorher von ihm gemalerten Wände gebracht, die Decke gestrichen und auch die Orgelempore und die Abtrennung zur Winterkirche sowie die Kirchenbänke mit einem neuen Farbanstrich versehen.


Pfarrer Henning Utpatel ist beeindruckt, wie sich das Kircheninnere verschönert hat. Alles ist wieder so, wie es im Jahre 1867 gewesen ist. Da wurde die neu aufgebaute Kirche vermutlich zum Jahresende nach einer Bauzeit von einem halben bis zu einem dreiviertel Jahr eingeweiht. Die Vorgängerkirche, die wahrscheinlich aus Fachwerk errichtet war, brannte 1863 ab, als in dem kleinen Haveldorf ein zerstörerisches Feuer wütete. 1960 gab es Renovierungsarbeiten und die alte Farbgebung verschwand.
„Unser Ziel war es, den zweiten Bauabschnitt der Restaurierung zum 150. Geburtstag zu realisieren. Das ist gelungen. Am Sonnabend können wir die Einweihung und den Geburtstag feiern“, freut sich der Pfarrer. Die Malerarbeiten bestimmten zuletzt das Geschehen in der Kirche. Allein das Aufbringen der Quader, die dem Raum Form geben, erforderte akribisches Arbeiten. Mit Lineal und Strichzeichner brachte Andreas Albrecht die Linien auf. 690 Quader sind es genau.

Um den Eigenanteil der Kirchengemeinde finanzieren zu können, hatte sie zu Spenden für die Quader aufgerufen. Viele Einwohner aus dem Bereich der Kirchengemeinde Breddin-Vehlgast und weitere Menschen spendeten zehn Euro pro Quader. Manche gleich für mehrere. 638 sind bereits bezahlt.

Die Farbgebung für alle Holzteile war eine schwierige Findungsphase mit vielen Farbproben. An der Abstimmung war auch die Denkmalpflege beteiligt. Die holzfarbene Lasur entspricht der ursprünglichen Gestaltung, wie Farbfunde zeigten. Die Kirchenbänke wurden vom Tischler aufgearbeitet und anschließend vom Maler gestrichen, mit einem großen Pinsel geschlagen und lackiert, um eine Holzmaserung zu imitieren. Die Orgelempore und die Eingangstür erhielten mit der sogenannten Bierlasur ebenfalls ein hölzernes Aussehen. Dafür wird mit einem Gummikamm die Maserung aufgebracht. 


Der Pfarrer ist sehr zufrieden mit der Arbeit der Handwerker und dankbar für die finanzielle Unterstützung durch Leader, den Kirchenkreis Prignitz, die Landeskirche und die Kirchengemeinde sowie die Spender. Im zweiten Bauabschnitt, der 72 000 Euro kostet und zu 80 Prozent mit Leader-Geldern gefördert wird, wurden auch die Bleiglasfenster restauriert, Putzarbeiten vorgenommen und die Elektroleitungen erneuert.

Die Kirchengemeinde will für die Gestaltung des Altarbereiches Künstler um Vorschläge bitten. „Erstmal leben wir mit dem Provisorium und dann schauen wir, was wir für Vorschläge für Altar, Kanzel und Taufbecken erhalten, die auch umsetzbar sind“, sagt der Pfarrer. Das mit Blattgold behaftete Kreuz stammt aus der Zeit um 1960, als die Kirche renoviert worden war.

„Am Freitag räumen wir die Kirche  ein und bereiten sie für das Fest am Sonnabend vor“, berichtet Henning Utpatel weiter. Der Fest- und Dankgottesdienst beginnt um 13.30 Uhr. Nach einer Grußrunde berichtet Architektin Petra Kahlfeldt zur Geschichte der Kirche und es gibt Kaffee und Kuchen.


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