Wirtschaftsfaktor Tourismus

Datumsbezug: 03.11.2017
Gefragt nach Begriffen, die sie mit der Altmark verbinden, nannten 33 Prozent der Urlauber den Dom zu Havelberg, der natürlich in der Prignitz steht.

Der Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor wurde beim jährlich stattfindenden regionalen Erfahrungsaustausch Tourismus in der Altmark hervorgehoben. IHK Magdeburg und der Tourismusverband Altmark hatte dieses Mal nach Havelberg eingeladen.

Dabei wurden Ergebnisse  der „Permanenten Gästebefragung“ der inspektour GmbH Hamburg vorgestellt. Ein Thema war: Was verbinden Urlauber mit der Altmark? Den Elberadweg. 53 Prozent der Befragten nannten diesen Begriff. Dicht gefolgt vom Salzwedeler Baumkuchen mit 52 Prozent und den Hansestädten mit 48 Prozent. Der Dom zu Havelberg wurde von 33 Prozent genannt. Für die Umfrage hat das Hamburger Unternehmen gut 400 Urlauber in der Altmark sehr intensiv befragt. Projektleiterin Sarah Staub stellte die Ergebnisse am Donnerstag den rund 40 Teilnehmern im Arthotel Kiebitzberg vor. Dabei gab es auch Vergleiche zu vorangegangenen Befragungen, die seit 2001 vorgenommen werden, und zum Verhältnis gegenüber weiteren Touristikstandorten in Sachsen-Anhalt.

 
Die Projektleiterin interpretierte die Ergebnisse nicht, sagte aber: „Sie haben schon viel richtig gemacht in der Altmark und haben eine gute Weiterempfehlungsbereitschaft erzielt.“ Immerhin gaben 85 Prozent der Befragten an, einen Besuch zu empfehlen und fast 100 Prozent wollen wieder in die Region kommen.

Landrat Michael Ziche aus Salzwedel, der Vorsitzender des Tourismusverbandes Altmark ist, hatte zur Begrüßung an die Bundesgartenschau vor zwei Jahren in der Havelregion erinnert. „Sie war das Zugpferd des gesamten Nordens und hat nicht nur Havelberg, sondern die gesamte Altmark bekannter gemacht. Es wurde was geschaffen, das bleibt.“ In Richtung Bürgermeister und weiteren Vertretern aus Havelberg sprach er seinen Dank dafür aus, dass sie den Mut dazu gehabt haben.

Nach gestiegenen Besucherzahlen in den vergangenen Jahren sieht es für 2017 nicht ganz so rosig aus. Doch könnten dennoch alle stolz auf das Geschaffene sein. „Wir sind auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Alle wussten, dass es so nicht weitergehen kann.“ Einen Hauptgrund dafür, dass die Übernachtungszahlen wohl nicht ganz erreicht werden, sieht er im Wetter. Das Frühjahr war zu kalt, der Sommer verregnet, im Herbst gab es schwere Stürme. „Das ist Gift für den Aktivtourismus, auf den wir ausgerichtet sind. Und dann gab es noch die Diskussionen über kleine und große Tiere“, sprach Michael Ziche den Eichenprozessionsspinner und den Wolf an. „Das ist nicht gerade förderlich für den Tourismus.“ Nicht zu unterschätzen sei zudem, dass der Fokus in diesem Jahr auf dem Reformationsjubiläum lag. „Schade, dass Luther seine Thesen nicht in Wittenberge angeschlagen hat.“


„Die Altmark bleibt eine beliebte Reiseregion“, schätzte er ein. Die Verweildauer der Gäste liegt bei 2,6 Übernachtungen und damit nur knapp hinter dem Harz, der 2,7 Übernachtungen aufweist. Jährlich übernachten rund 600 000 Gäste in der Region. Wie die altmärkische Tourismusbranche gesichert und weiter an Fahrt aufnehmen kann, ist Thema der weiteren Arbeit.

Dabei stehen die drei Säulen Aktiv, Kultur und Genuss im Mittelpunkt. Schwerpunkte sind der Radtourismus, die Gartenlandschaft Altmark, in der sich private Gärten in diesem Jahr auch im Advent öffnen, die „Gartenträume“, das „Altmärker Kulinarium“ und 25 Jahre Straße der Romanik. Eine stärkere touristische Vermarktung würden zudem lokale historische Persönlichkeiten wie Bismarck, Winckelmann, Otto Reutter, Jenny Marx oder der Chemiker Adolph Frank verdienen.

Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski sagte im Anschluss: „Der Tourismus ist ein wirtschaftlicher Faktor von höchster Bedeutung und muss auch von der Landespolitik noch mehr als solcher wahrgenommen werden.“ Dazu gehöre, die Ausgaben für den Tourismusbereich nicht länger als freiwillige Aufgabe zu bewerten, die strukturschwachen Gemeinden in Fragen der Haushaltskonsolidierung zum Nachteil ausgelegt werden. Immer wieder bekommen diese Gemeinden – wozu auch Havelberg gehört – die Aufforderung, freiwillige Ausgaben weiter zu reduzieren.
„Wenn wir wollen, dass sich der Tourismus weiter positiv entwickelt, müssen wir Gelder zum Beispiel für Kultur, Grünflächenpflege und Tourist­informationen zur Verfügung haben“, sagte der Bürgermeister und blickte auch auf das derzeit in der Diskussion befindliche Konzept zu Natura 2000, das dem Tourismus nicht abträglich sein darf.


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