Luther-Ausstellung in der Stadtkirche

Datumsbezug: 10.05.2017

Die Havelberger Stadtkirche öffnet ab sofort freitags bis sonntags von 12 bis 16 Uhr ihre Türen für Besucher. Möglich macht dies der Einsatz von freiwilligen Helfern. „Mir ist sehr daran gelegen, dass die Stadtkirche mit Leben erfüllt ist und für Besucher geöffnet wird“, sagt zum Beispiel Gudrun Elster. „Mein Vater war hier seit 1937 über viele Jahre Pfarrer. Als Pastors Kinder waren wir oft in der Stadtkirche, haben mitgeholfen, sogar Orgel gespielt.“ Zunächst bis Ende Juli soll das Angebot gelten.

Zu sehen ist die Plakatausstellung „Here I Stand – Martin Luther, die Reformation und die Folgen“. Im Vorfeld des 500-jährigen Reformationsjubiläums hatten das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, das Deutsche Historische Museum und die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha mit Unterstützung des Auswärtigen Amts eine Luther-Ausstellung vorbereitet, die in den USA unter anderem in New York gezeigt wurde. Die Poster können zudem von Interessenten gekauft und als Ausstellung präsentiert werden. Die evangelische Kirchengemeinde hat dieses Angebot angenommen und präsentiert die Schau in der Stadtkirche.

Die Ausstellung zeigt mit modernen, wissenschaftlich fundierten und attraktiv gestalteten Infografiken die wichtigsten Stationen der Reformationsgeschichte und ihre Auswirkungen bis heute, heißt es dazu auf der Internetseite des Deutschen Historischen Museums. Ausgehend von der Biographie Martin Luthers wird ein Blick in die Zeit vor der Reformation geworfen. Anschließend richtet die Schau ihren Fokus auf die reformatorische Dynamik, die sich nach Luthers Veröffentlichung seiner 95 Thesen gegen den Ablasshandel entspann, und behandelt zentrale Fragen der Reformationsgeschichte. Was war eigentlich das Neue an Luthers Theologie? Was passierte in Wittenberg 1517? Wie verbreitete sich die neue Lehre?

Passend zum Thema hat sich der Künstler bei Pfarrer Frank Städler gemeldet, der zur Bundesgartenschau im Dom die Skulpturenausstellung „Ketzer und Köpfe“ gezeigt hatte. Einige der von Lutz Friedel gefertigten Ketzer werden nun in der Stadtkirche gezeigt. Es hätte auch Luther passieren können, als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden ...

Außerhalb der Öffnungszeiten wird an der Stadtkirche wie schon im vorigen Jahr das Eingangsportal geöffnet. Das übernimmt wieder Kämmerin Petra Jonschkowski aus der Stadtverwaltung. Besucher können so durch die Gittertür einen Blick in die Stadtkirche werfen, die zur Buga als Blumenhalle Tausende Besucher angelockt hat.
Für Freitag, 9. Juni, ist zudem ein Vortragsabend in der Stadtkirche geplant. Harald-Uwe Bossert spricht zum Thema „Martin Luther und die Reformation“. Auch ein Filmabend ist vorgesehen.

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