Mit Ministerin über Natura 2000 gesprochen

Datumsbezug: 31.05.2018
Barbara und Eckart Kuntzsch im Gespräch mit Landwirtschaftministerin Claudia Dalbert (2. von links) und Chris Schulenburg (links) zum Thema Natura 2000.

Nachdem sich die Jagdgenossenschaft Jederitz mit einem Brief über die Auswirkungen von Natura 2000 an Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert gewandt hat, war die Vorsitzende nun zu einem Gespräch eingeladen.  Dass es vor allem Waschbär und Mink sind, die die Vogelwelt stören, und nicht der Mensch allein, die Befürchtungen der Angler, nicht mehr an ihre Angelgewässer zu gelangen, und die Auswirkungen des Havelstaus auf die Landwirtschaft waren Schwerpunkte in dem Gespräch, das die Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Jederitz Barbara Kuntzsch gemeinsam mit ihrem Mann Eckart mit Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) führte. Vermittelt hatte den Termin Landtagsabgeordneter Chris Schulenburg (CDU) aus Sandau.

„Die Ministerin war sehr aufgeschlossen. Sie sagte, dass sie sich über dieses Gespräch freue. Und wie wir uns erst gefreut haben, sie war sehr interessiert“, berichtet Barbara Kuntzsch von dem Treffen in der Cafeteria in der Pause der Landtagssitzung. Die Jagdgenossenschaft Jederitz hatte im März einen Brief verfasst, in dem sie ihre Ansichten und Befürchtungen deutlich machte.

Ein Thema sind die invasiven Tierarten wie Mink und Waschbär. Hierzu hatte die Jagdgenossenschaft unter anderem geschrieben: Hinsichtlich der ökologischen Bedingungen im Elbe-Havel-Winkel lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. In den 1970er Jahren herrschte auf der Havel reger Schiffsverkehr, sogar mit großen Lastkähnen. Die Menschen konnten unbeschwert in der Havel baden und sich vom Alltagsstress erholen. Auch Angler sah man überall an der Havel nebst ihren Altarmen. All das störte weder Blässhühner, den Großen Brachvogel, die Sumpfohreule oder die Rohrweihe, die noch relativ häufig in der Gemarkung Jederitz vorkamen. Heute kommen diese und andere Arten hier nicht mehr vor. Schuld daran sind weder die Angler noch Schiffe auf der Havel. Verantwortlich für das Verschwinden vieler Boden- und Wasserbrüter sind invasive Arten wie Mink und Waschbär, die sich seit der Wende enorm ausgebreitet haben. Sie wurden aus Pelztierfarmen frei gelassen, als diese nicht mehr rentabel waren.

„Die Ministerin berichtete, dass Geld im Haushalt eingestellt ist, um Jägern Fallen zur Verfügung zu stellen. Doch das ist nicht das Allheilmittel. Die Frage ist, wohin mit den toten Tieren“, so Barbara Kuntzsch. 70 erlegte Waschbären in einer Tiefe von mindestens einem Meter zu vergraben, ist nicht machbar, berichtete sie von einem Beispiel in Jederitz. Eine Lösung wären Gelder vom Land zur Entsorgung der Tiere über Tierkörperbeseitigungsanstalten.

Was der Havelstau und der damit verbundene lang anhaltende hohe Wasserstand bewirkt, zeigten die Jederitzer anhand eines Fotos von der Badestelle, die nicht begehbar ist. Jahrelang als Landwirt tätig, berichtete Eckart Kuntzsch von den Auswirkungen. „Bis das Wasser aus den Senken raus ist, kann nicht gemäht werden.“
Zum Angeln habe die Ministerin zugesichert, dass es für die Angler befahrbare Wege zu den Gewässern geben soll. Wo mit Booten angelegt werden darf, soll ausgeschildert werden. Und auch die Polderflutung war ein Thema. „Rund um Jederitz befindet sich der Polder  1, wir werden als Erste geflutet, in Brandenburg gibt es Polder, die zum Teil gar nicht genutzt werden, das ist nicht gerecht“, so Barbara Kuntzsch. Zu allen Themen wollen die Jederitzer über Chris Schulenburg mit dem Land in Verbindung bleiben.


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