Letzte Hochwasserschäden werden beseitigt

Datumsbezug: 27.06.2018

Fünf Jahre nach der Hochwasserkatastrophe vom Juni 2013 hat der Trinkwasser- und Abwasserzweckverband Havelberg (TAHV) fast alle Projekte zur Hochwasserschadensbeseitigung zwischen Wust-Fischbeck und Havelberg abgearbeitet. Es fehlen noch die Bahnhofstraße sowie die Weinbergstraße und der Bischofsberg in der Hansestadt Havelberg. Beide Vorhaben beginnen im Juli, wie Sebastian Horn, Geschäftsführer der Stadtwerke, die die Verbandsgeschäfte führen, berichtet.
Ab 2. Juli wird zunächst in der Weinbergstraße und am Bischofsberg gebaut. Planmäßig sollen hier bis Ende September dieses Jahres alle Hochwasserschäden beseitigt sein. Die beengten Platzverhältnisse stellen für die beauftragte Baufirma und die Anwohner eine große Herausforderung dar. Die Anwohner werden deshalb über den geplanten Bauablauf informiert und alle individuellen Anforderungen mit ihnen abgestimmt, damit notwendige Zufahrten, Müllabfuhr, die Erreichbarkeit für Rettungsfahrzeuge und ähnliches auch während der Bauphase gewährleistet werden.

Zum Beispiel muss auch die Zufahrt auf der Betonstraße am Stadtgraben gewährleistet sein und Boote sollten nicht im Wege sein, sagt Anja Asche, Abteilungsleiterin Abwasser bei den Stadtwerken. Die Bauanlaufberatung hat am Dienstag stattgefunden. Die Firma Tubus aus Leipzig hat den Auftrag bekommen und wird in den nächsten Wochen beschädigte Schächte austauschen, Stichleitungen, über die das Mischwasser in den Hauptsammler am Stadtgraben geleitet wird, reparieren und auch den Mischwasserkanal an sich auf Vordermann bringen.

Zum Teil erfolgt das in der Inliner-Technik, bei der ein flexibler Schlauch in das Kanalrohr eingebracht und anschließend gehärtet wird. Die veranschlagten Kosten, für die die Genehmigung vorliegt, betragen rund 299 000 Euro, berichtet Gundula Schweizer von der BIG Städtebau, die als externer Projektsteuerer die Hochwasserschadensbeseitigung betreut.

Der Baubeginn in der Bahnhofstraße ist für Ende Juli geplant. Hier sollen alle Arbeiten bis Mitte Dezember 2018 abgeschlossen sein. Die Sanierung des mit einem Durchmesser von einem Meter sehr großen und außerdem sehr langen Mischwasserkanals stellt dabei eine besondere technische Herausforderung dar. Das hier zur Anwendung kommende „Inliner-Verfahren“ dürfte den einen oder anderen technikbegeisterten Anwohner aufgrund der Dimensionen sicherlich sehr interessieren. Auch hier werden Schächte erneuert und Undichtigkeiten beseitigt. Das Abwasser muss während der Bauarbeiten umgelenkt werden. Die Kosten liegen hier bei rund 1,24 Millionen Euro.

Beide Vorhaben sollten bereits im Jahr 2017 realisiert werden. Allerdings zeigte sich nach sorgfältiger Inspektion der Abwasseranlagen, dass die Schäden einen wesentlich größeren Umfang hatten, als zunächst angenommen.
Die erheblichen zusätzlichen Kosten wurden im vorigen Jahr durch das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt bewilligt, so dass die Bauleistungen nunmehr ausgeschrieben und vergeben werden konnten.

Die Hochwasserschäden im Verbandsgebiet belaufen sich auf 5,5 Millionen Euro. Die durch die Flut entstandenen und mehr oder weniger umfangreichen Beschädigungen an den Abwasseranlagen der Gemeinden Schönhausen, Wust, Klietz und Kamern sind nach sorgfältiger planerischer Vorbereitung behoben und die entstandenen Ausgaben bereits vollständig gegenüber den Landesbehörden abgerechnet. Lediglich die Prüfung der ordnungsgemäßen Verwendung der Mittel der Bundesregierung für die „Aufbauhilfe“ durch das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt steht noch aus.

Alle Bauleistungen konnten auf dem Wege öffentlicher Ausschreibungen überwiegend an regionale Baufirmen vergeben werden. Dank der Unterstützung durch die BIG Städtebau erfolgte die Projektumsetzung nicht nur in der gewünschten Qualität, sondern auch sehr zügig und im Rahmen der verfügbaren Budgets, lobt Sebastian Horn. Ende 2018 werden das Hochwasser 2013 und seine Folgen für den Trinkwasser- und Abwasserzweckverband damit Geschichte sein. „Die dramatischen Ereignisse des Sommers 2013 werden allen Beteiligten aber sicherlich nicht nur anhand von Fotos im Gedächtnis bleiben“, ist sich der Stadtwerkechef sicher.


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