Glasarche macht am Haus der Flüsse fest

Datumsbezug: 25.06.2018
Wie gut sich Kunst und Natur vereinbaren lassen, zeigt die Glasarche 3, die bis zum 20. August am Haus der Flüsse zu sehen ist.

Havelberg ist um eine Attraktion reicher. Bis zum 20. August liegt am Haus der Flüsse die Glasarche 3 vor Anker  als Botschafterin für Natur und Umwelt.

Wo soll die Glasarche stehen? Diese Frage beschäftigt das eingespielte Team um Rainer Helms und Lothar Stahl vom Landschaftspflegeverein „Mittleres Elstertal“, als es am Haus der Flüsse in Havelberg ankommt. Der Transporter mit der tonnenschweren Last aus großer Hand und gläsernem Boot kann nicht auf das Gelände fahren. Der Ausleger reicht nicht, um die Arche auf einen kleinen Hügel nahe dem Gebäude zu platzieren. Armin Wernicke, Leiter des Hauses der Flüsse, schlägt eine Fläche am Eingang von der Elbstraße aus vor. Das passt.

Der Standort erweist sich später als ideal für Fotomotive. Ganz sicher wird so mancher Havelberger und Besucher die Glasarche gern mit dem Flüssehaus oder Stadtkirche im Hintergrund fotografieren und ihre Botschaft weitertragen.
Das Kunstprojekt symbolisiert die Zerbrechlichkeit der Natur und will die Menschen für den Schutz von Natur und Umwelt sensibilisieren. „Mit der Arche kann man gut über Naturschutzthemen ins Gespräch kommen, das funktioniert besser als mit einem Flyer“, findet Rainer Helms. Er hatte die Idee der Glasarche 3 über Jahre verfolgt, nachdem er bei einem Urlaub in Bayern die Vorgänger kennengelernt hatte. Geschaffen wurde die fünf Meter große Arche von den Glaskünstlern Ronald Fischer, Stefan Stangl, Jo Joachimsthaler und Alexander Wallner aus vielen kleinen Flachglasplatten – gesponsert von einer Magdeburger Firma. Die 3,7 Tonnen wiegende Hand aus Eichenholz ist das Werk von Christian Schmidt. Unterstützt wurde er von dem Ukrainer Sergiy Dyschlevyy.

Der Kettensägenkünstler begleitet jeden Auf- und Abbau der Glasarche. Sie ist ihm ans Herz gewachsen, auch wenn sie ihn einiges an Nerven gekostet hat. 84 Eichenstämme waren erforderlich. „Sie wurden in Quader geschnitten und kreuzweise geleimt. Das war schon eine technische Herausforderung und ich habe die Hand manches Mal verflucht“, erklärt Christian Schmidt. Acht Wochen hat er mit der Kettensäge daran gearbeitet. „Von der Dimension her war das mein bisher größtes Einzelwerk.“ Gerade hat der Künstler aus dem thüringischem Rauschwitz bei der Kettensägen-Weltmeisterschaft mit dem deutschen Team den Titel im Speed-Carving geholt.

Die Hand soll den Menschen zeigen, dass sie es in ihren Händen haben, Kultur- und Naturlandschaften zu erhalten. Havelberg mit seiner Historie, die Havelniederung und das europäische Renaturierungsprojekt wurden als besonders schützenswerter Ort ausgewählt, auf den die Glasarche aufmerksam machen will.


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