Dombaugeschichte in neuem Domizil

Datumsbezug: 13.02.2018
Auch die Taufe aus Toppel aus dem Jahr 1676 hat wieder ihren Platz in der Dombaugeschichte gefunden. Museumsleiterin Antje Reichel ist hier mit Hausmeister Detlef Preetz am Werk. Der Westflügel präsentiert sich nun als heller freundlicher Raum.

Die Dombaugeschichte im umfangreich sanierten Westflügel der Klosteranlage macht sich richtig gut, finden die Mitarbeiter des Havelberger Prignitz-Museums.
Sie hatten in den vergangenen zwei Wochen viel zu schleppen, zu putzen und einzusortieren. Nachdem das Dach des Westflügels der früheren Klosteranlage am Dom und der Ausstellungsraum durch die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt umfangreich restauriert und saniert worden sind, konnte der Eingang des Museums nun wieder auf die Seite des Domplatzes zurückverlegt und der Ausstellungsraum eingeräumt werden.

Zunächst ist die Dombaugeschichte in den Westflügel eingezogen, denn die Siedlungsgeschichte, die sich vor der Restaurierung dort befand, soll modernisiert werden – wenn entsprechende Fördergelder fließen. Auch fehlt noch die Beleuchtung im Westflügel, die der Landkreis Stendal als Träger des Museums bis Sommer installieren will. Weil die Texttafeln eine eigene Beleuchtung haben, kommt die Dombaugeschichte auch ohne zusätzliches Licht aus. Sie wurde nun vom östlichen Kreuzgang dorthin umgebaut. Sie macht sich sehr gut in diesem neuen hellen Raum, wie Museumsleiterin Antje Reichel findet. „Wir sind begeistert, es passt alles sehr gut und es macht Freude, mit diesem neuen Raum zu arbeiten.“

Zudem passt die Präsentation im Bereich des Museums­eingangs auch gut von daher, dass etliche Besucher nach ihrer Visite im Dom das Museum besuchen und dann gleich Historisches zum gerade Gesehenen erfahren können.
Ein besonderes Exponat in der Dombaugeschichte ist zum Beispiel der Sängerkopf, der zur Ausstattung des Domes vor dem Brand 1279 gehörte, berichtet die Museologin. Er wird dem Naumburger Bildhauermeister zugesprochen. Auch originale Glasmalerei des Domes aus dem Mittelalter ist zu entdecken. Fasziniert sind Besucher immer wieder von den beiden Dommodellen, die die Bauphasen um 1200 und heute zeigen.

Zu sehen ist in der Ausstellung auch das Turmuhrwerk des Domes. Das haben die Uhrmacher Jürgen und Mathias Haut im Westflügel aufgebaut. „Dafür sind wir ihnen sehr dankbar. Denn das Uhrwerk kann nicht in einem Stück transportiert werden und ist somit ein riesiges 3-D-Puzzle, wo man genau wissen muss, was zu tun ist“, sagt Antje Reichel. Das Uhrwerk war eines der ersten Exponate, die das damalige Dommuseum 1907 zu seiner Eröffnung erhalten hat.
Auch bei anderen Umbauarbeiten erhielten die Mitarbeiter Hilfe. So half ein Restaurator beim Umsetzen des Gipsabgusses eines Kerzenleuchters aus dem Dom aus der Zeit um 1300. Die Firma Feroma aus Havelberg unterstützte beim Transport der Vitrinen. „Das ist richtige Schwerstarbeit.“ Gemeinsam mit Museologin Sabine Ball und Hausmeister Detlef Preetz wurden verschiedene Exponate ausgeräumt, geputzt und wieder eingeräumt. Auch das viele Glas der Vitrinen wurde poliert. Hilfe kam zum Beispiel auch vom Förderverein des Museums und von den Alterskameraden der Feuerwehr um Manfred Philipp, die beim Tragen halfen.

Der Empfangstresen und die Büchergondeln, die vor der Bundesgartenschau 2015 neu im Westflügel eingebaut worden sind, haben einen neuen Platz rechterhand von der Eingangstür erhalten. Somit haben die Besucher gleich einen Ansprechpartner, wenn sie den Treppenaufgang emporgestiegen sind. Der ist dank des neu eingebauten Fensters nun freundlich hell und kein dunkles „Loch“ mehr. Die Kassenmitarbeiter haben alle Bücher und Broschüren eingeräumt.
Weil die Besucher nun wieder von der Westseite aus das Museum betreten, wurde die Siedlungsgeschichte im südlichen Kreuzgang chronologisch neu geordnet. Unberührt ist die Stadtgeschichte geblieben. Der östliche Kreuzgang steht wieder für Sonderausstellungen zur Verfügung. Nach langer Zeit der eingeschränkten Arbeit kann das Museum nun wieder neu durchstarten und freut sich ab  Mittwoch, 14. Februar, auf viele Besucher.


Zurück